Das Fach Werte und Normen

"Bildung ist wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung und eine Voraussetzung, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können." (aus dem Humanistischen Selbstverständnis 2018)

In unserem Selbstverständnis heißt es weiter, dass Humanistische Bildung auf kritische Vernunft und soziale wie emotionale Kompetenz setzt. Im Bereich des Schulunterrichtes bedeute dies, dass wir uns für zwei inhaltliche und didaktische Säulen stark machen:

  • Werteorientierung, d.h. kritische Reflexion von Werten und Normen
  • religionskundliche Bildung, d.h. säkulares Wissen über Religionen und Weltanschauungen

Mit dem Fach Werte und Normen erfüllt der Humanistische Verband Deutschlands - Niedersachsen seine Verpflichtung auf dem Staatsvertrag von 1970. Hier wird festgelegt, dass er seine Mitglieder und andere, "keiner Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft angehörender Personen" betreuen soll. Diese Betreuung soll auf freireligiös-humanistischer Grundlage erfolgen. Mit dem Fach Werte und Normen möchten wir den Menschen in Niedersachsen Zugang zu säkularem Wissen über Religionen und Weltanschauungen gewähren, der in keinem anderen Fach gewährt werden darf - auch und gerade nicht im Religionsunterricht.

EIN FACH MIT STAATSVERTRAG

Das Fach Werte und Normen hat eine besondere Stellung, weil es hierfür – ähnlich wie für den Religionsunterricht – einen Staatsvertrag gibt. Dieser Staatsvertrag aus dem Jahr 1970 wurde zwischen dem Land Niedersachsen und dem Humanistischen Verband Deutschlands – Niedersachsen, K.d.Ö.R. Darin ist unter anderem in §2 Folgendes festgehalten: „Das Land wird darauf bedacht bleiben, daß der [...] an den öffentlichen Schulen vorgesehene religionskundliche Unterricht neben dem Religionsunterricht im Sinne der christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt erteilt wird. Es wird insbesondere dafür sorgen, daß die betroffenen Erziehungsberechtigten auf die in Betracht kommenden Unterrichtsveranstaltungen regelmäßig hingewiesen werden.“

Dadurch sind insbesondere die religionskundlichen Inhalte des Faches Werte und Normen durch diesen Staatsvertrag (Download rechts) geschützt– sie sind bis heute integraler Bestandteil der gesellschaftlichen und politischen Legitimation des Faches Werte und Normen.

IST WERTE UND NORMEN EIN PHILOSOPHIEUNTERRICHT?

Werte und Normen gehört zwar zu den Ethik-Fächern, es ist aber kein Philosophieunterricht, auch wenn das viele behaupten. Vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Land Niedersachsen und dem Humanistischen Verband Niedersachsen aus dem Jahre 1992 (Download rechts) legen ganz klar fest, dass es sich bei Werte und Normen um ein religionskundliches Fach handelt, das unter anderem den Zugang auch zu philosophischen Fragestellungen ermöglich soll.

Der Fachverband Werte und Normen und der Humanistische Verband Niedersachsen haben sich dafür stark gemacht, dass eine weitere inhaltliche und didaktische Säule explizit  im Fach berücksichtigt wird: Werteorientierung. So findet sich dieser Aspekt endlich in den neuen Kerncurricula wieder. Die Lehrpläne efüllen zumindest in dieser Hinsicht nun Aspekte der oben genannten, vertraglichen Vereinbarungen.

Wir möchten Ihnen in der folgenden Grafik einen kurzen Überblick über die Inhalte und Fragestellungen des Faches Werte und Normen geben. Das Fach ruht auf vier inhaltlichen und didaktischen Säulen: Wertevermittlung, Denkgeschichte der Philosophie, Religionskunde sowie ethisch reflektiertes Handeln. Getragen und vermittelt werden diese Inhalte durch verschiedene Methoden, unter anderem aus Philosophiedidaktik und der Didaktik der Religionskunde.

Darüber hinaus werden auch Bezüge zu Fächern wie Geschichte, Politik oder zu Methoden des Konfliktmanagements hergestellt.