Unsere Weltanschauung

Wir verwenden den Begriff „Humanismus“, um damit unsere Grundüberzeugungen, unsere Weltanschauung zu beschreiben. Wir sind davon überzeugt, dass Humanismus im Kern darin besteht, ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben zu führen, ohne sich dabei religiösen Vorstellungen zu unterwerfen. Wir fühlen uns der Menschlichkeit und der Vernunft verpflichtet.

Aktiv für mehr Vernunft

Wen vertritt der Verband in Niedersachsen?

Der Humanistische Verband setzt sich für eine menschlichere Gesellschaft auf weltlicher Grundlage ein und nimmt dabei besonders die Interessen und Bedürfnisse der humanistisch orientierten, nicht-religiösen Menschen in den Blick.

Es stellt sich die Frage, wie viele Menschen humanistische Grundhaltungen teilen. Um dies zu klären, wurden wiederholt Umfragen durchgeführt.

„Ich führe ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben, frei von Religion und dem Glauben an einen Gott, das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht.“

Humanistische Lebensauffassung – hohe Zustimmung in Niedersachsen

Repräsentative FORSA-Umfrage von 2007, Bevölkerung ab 18 Jahre

Jeder vierte Niedersachse stimmt dieser humanistischen Lebensauffassung laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Dezember 2007 voll und ganz zu. Weitere 44% der Befragten stimmen überwiegend zu. Damit bekennt sich ein Großteil der Niedersachsen zum Humanismus – auch wenn diese den Begriff für ihre Lebensauffassung nicht verwenden und einige von ihnen formal einer Religionsgemeinschaft angehören.

Jeder vierte Grundschüler in Niedersachsen ohne Religion

Niedersächsisches Kultusministerium: Die niedersächsischen allgemeinbildenden Schulen in Zahlen, Stand: Schuljahr 2013/2014

Amtliche Statistiken über formale Religionszugehörigkeit unterstützen diesen Befund. Laut niedersächsischem Kultusministerium war im Schuljahr 2013/2014 knapp jeder zweite Grundschüler evangelisch (48%), gefolgt von 24% ohne Religionszugehörigkeit. Es folgen Katholiken (17%), Muslime (7%) und Angehörige sonstiger Religionen bzw. Konfessionen (5%).

Staatlich legitimiert und beauftragt

Unser Verband ist als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft den Religionsgemeinschaften rechtlich gleichgestellt. Im Artikel 140 (i. V. m. Art. 137 WRV) des Grundgesetzes wird formuliert: „Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.“

Das Bundesverwaltungsgericht bezeichnet den Unterschied von Weltanschauung und Religion wie folgt:
„… dabei legt die Religion eine den Menschen überschreitende und umgreifende (‚transzendente‘) Wirklichkeit zugrunde, während sich die Weltanschauung auf innerweltliche (‚immanente‘) Bezüge beschränkt.“
(BVerwG, 112 [115])

Laut Staatsvertrag von 1970 gewährleistet das Land Niedersachsen dem Humanistischen Verband die freie Betätigung zur humanistischen Betreuung seiner Mitglieder und anderer, keiner Religions- und/oder Weltanschauungsgemeinschaft angehöriger Personen. Dies versteht der Verband als Auftrag, praktische Hilfen und Unterstützung insbesondere für jene Menschen in Niedersachsen bereitzustellen, welche keiner Konfession angehören. Mehr zu unseren Angeboten erfahren Sie hier.

Darüber hinaus wird versichert, dass an den öffentlichen Schulen neben dem Religionsunterricht ein religionskundlicher Unterricht gleichberechtigt erteilt wird. Diese Verpflichtung löst das Land für weiterführende Schulen mit dem Fach „Werte und Normen“ ein, das neben religionskundlichen auch ethische, philosophische und humanistische Kenntnisse vermittelt.