Organisation und Struktur

In ganz Niedersachsen sind demokratisch organisierte Orts-, Kreis- und Regionalverbände vor Ort aktiv. Sie entsenden Delegierte zur Landesversammlung, die turnusmäßig alle zwei Jahre zusammenkommt. Sie ist das höchste demokratische Gremium und bestimmt über die Verfassung des Verbandes. Der Humanistische Verband Niedersachen wird von einem ehrenamtlich tätigen Präsidium und Landesvorstand geleitet, die Geschäfte werden hauptamtlich geführt. Der Verband ist parteipolitisch unabhängig und neutral.

HVD Niedersachsen – Landesversammlung 2015

In der Tradition der Aufklärung

Zweck des Verbandes ist die Förderung von Humanismus und Humanität. Seine Mitglieder sind davon überzeugt, dass Humanismus im Kern darin besteht, ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben zu führen, ohne sich dabei religiösen Vorstellungen zu unterwerfen. Sie fühlen sich der Menschlichkeit und der Vernunft verpflichtet. Mehr zum Humanismus als Weltanschauung erfahren Sie hier.

Der Humanistische Verband steht in der Tradition der Aufklärung und knüpft an das philosophische Erbe der atheistischen, freireligiösen, freidenkerischen und humanistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts an. Mehr zur Geschichte des Verbandes erfahren Sie hier.

Staatlich legitimiert und beauftragt

Laut Staatsvertrag von 1970 gewährleistet das Land Niedersachsen dem Humanistischen Verband die freie Betätigung zur humanistischen Betreuung seiner Mitglieder und anderer, keiner Religions- und oder Weltanschauungsgemeinschaft angehöriger Personen. Dies versteht der Verband als Auftrag, praktische Hilfen und Unterstützung, insbesondere für jenes Drittel der Menschen in Niedersachsen bereitzustellen, welches keiner Konfession angehört. (Mehr zu unseren Angeboten erfahren Sie hier)

Unterzeichnung des Staatsvertrages
Unterzeichnung des Staatsvertrages in Hannover. Vorn: Präsident Karl Schrader und Kultusminister R. Langeheine. Dahinter: Vizepräsident Rektor H. Reuper, Min.-Rat Dr. G. Müller, Vizepräsident Dr. W. Wiepking und Landessprecher Dr. D. Bronder.

Darüber hinaus wird versichert, dass an den öffentlichen Schulen neben dem Religionsunterricht ein religionskundlicher Unterricht gleichberechtigt erteilt wird. Diese Verpflichtung löst das Land für weiterführende Schulen mit dem Fach „Werte und Normen“ ein, das neben religionskundlichen auch ethische, philosophische und humanistische Kenntnisse vermittelt.

International verbunden

IHEU Kongreß 2011 in Oslo
IHEU Kongreß 2011 in Oslo

Der Humanistische Verband ist Mitglied der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), eines Zusammenschlusses von über 100 humanistischen und säkularen Organisationen aus rund 40 Ländern. Die IHEU wurde, inspiriert durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und auf Initiative des Wissenschaftlers, Philosophen und ersten Generaldirektors der UNESCO Julian Huxley, 1952 in Amsterdam gegründet. Sie organisiert heute mehr als vier Millionen Menschen.

Weiterhin ist der Humanistische Verband Mitglied in der Europäischen Humanistischen Föderation, einem Dachverband von mehr als 50 Organisationen in rund zwei Dutzend Staaten, und arbeitet dort an der europäischen Verständigung mit.

Wissen um die gemeinsame Verantwortung

Der Humanistische Verband sucht den Austausch mit anderen weltanschaulichen Anbietern und ist bereit, mit ihnen themenbezogene Bündnisse einzugehen. Der Verband weiß um die gemeinsame Verantwortung in einer pluralistischen Gesellschaft und tritt für Toleranz und Dialog zwischen allen weltanschaulichen und religiösen Gruppen ein. Der Humanistische Verband will seine Ziele im offenen, fairen und friedlichen Wettbewerb der Ideen verwirklichen und lädt alle Anhänger seiner weltanschaulichen Grundüberzeugungen ein, daran mitzuwirken.